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Die Entstehung des Karate

Die Geschichte des Karate

Die Grundlage des Karate ist angelehnt an mehrere Religiöse und wissenschaftliche Einflüsse. In China, Japan und Korea besitzen Kampfkünste einen ganz anderen Stellenwert als hier in der westlichen Welt: Anstelle des Sieges über den Feind, steht dort der Sieg über sich selbst und die Überwindung der eigenen Grenzen im Mittelpunkt der Kampfkunst. Die asiatische Kampfkunst beinhaltet also die lehre über sich selbst und über die persönliche Einstellung zum Leben.

Im chinesischen Kempo und im Okinawa-Karate sind die Wurzeln des heutigen Karate zu finden.

 Man unterscheidet zwischen Okinawa Karate und dem später daraus entstandenen japanischen Karate, die jedoch beide aus dem chinesischen Kampo entstanden sind.

 Okinawa bildete eine Zuflucht für viele Flüchtlinge aus China und Japan und 1372 erkannte der dortige König Satsudo die Oberhoheit des chinesischen Kaisers an. Bestimmte, regimetreue chinesische Siedler wurden auf die Inseln entsandt um den Insulanern Grundkenntnisse in der Schifffahrt , dem Buchdruck und anderen Handwerken beizubringen. Obwohl die Abgesandten von den Insulanern isoliert lebten verbreitete sich allmählich die Kunst des Kempo.

 Kempo besteht aus dem chinesischen Faustkampf (orig. chin.: ?Quanfa?: die Lehre der Faust) und dem bewaffneten Kampf.

 1429 verbot König Sahashi allen Bewohnern, außer seinen Truppen das Führen von Waffen wodurch die Bauern sich nichtmehr gegen Eindringlinge wehren konnten. Um sich dennoch verteidigen zu können erlernten sie Kempo.

Anfang des 17. Jh.s wurde Okinawa von Japan okkupiert, als Strafe für die Verweigerung von Unterstützung (Lehensverpflichtung) in den Koreafeldzügen 1592 und 1597-1598. Hieran nahmen 3000 Samurai des Shimazu-Clans teil. Okinawa wurde japanisches Protektorat.

 1609 wie schon 1588 wurde jeder der im Besitz einer scharfen Waffe war hingerichtet.Eisengegenstände wurden verboten, was zur Schließung von Schmieden führte. Pro Dorf war nurnoch ein einziges Messer zugelassen.

Aus diesem Grund wurden, speziell in den Städten, geheime Sekten gebildet in denen sich die Okinawaner zusammenschlossen, und von wenigen Kempo-Meistern unterrichtet wurden.

Kempo hieß zu dieser Zeit Okinawa?Te (jap.: ?Te? = ?Hand?, d.h. ?Nahkampf von Okinawa?) oder To-te (?die Wunderhand?). Auf Okinawa hatte der Te-Stil in den Städten unterschiedliche Namen: Naha?Te, Shuri?Te und Tomari?Te.

 Während des 17. Jahrhunderts wurde dieser Weg verdeckt unterrichtet und jeder Schüler musste bei seinem Blut schwören, dass er das Geheimnis um die Schule für sich behält. Brach jemand dieses Schwur erwartete ihn eine brutele Strafe: Seine Haut wurde eingeritzt und er wurde auf hoher See ins Wasser geworfen, wo er von Haien zerrissen wurde.

Nach jahrelangem Training waren die Okinawaner in der Lage selbst die harten Panzer der Samurai zu durchbrechen. Um ihre Finger abzuhärten benutzen sie zu dieser Zeit noch alte chinesische Verfahren: Die Faust wurde zuerst an einem einfachen Makiwara trainiert, der aus einem Strohbündel bestand,welches an einem Stock oder Brett befestigt war um den Schlag abzufangen. Um die Genauigkeit der Schläge zu erhöhen und die Polsterung von Armen und Beinen zu verbessern wurde der Strohballen gegen einen mit Bohnen Gefüllten Sack eingetauscht, und das Brett wurde mit Eiser verstärkt. Junge Bäume in der Freien Natur dienten ebenfalls zum Training, da diese nach dem Kontakt durch die Spannung zurückschlugen.War der Kämpfer gut genug trainiert, konnte er diese jedoch ohne Probleme durchschlagen. Die damaligen Meister übertrafen mit Sicherheit die Schlagkraft eines heutigen Karatemeisters (mit einer Wucht von bis zu 700kg) um einiges.

 Zudem erlernte man noch das Führen alter und neuer Handwaffen wie Bo (Stock), Nunchaku (zwei kurze Stöcke die durch einen Riemen verbunden waren), Tonfas (Holzstangen mit Griff), Kamas (kleine Sicheln) und Sais, die einer Mistgabel ähneln. Alles zusammen, das Kämpfen mit und ohne diese Waffen, bildet in der Neuzeit das Kobudo, die kleinen Kampfkünste.

 Erst 1722 kommt der Begriff karate zum ersten mal an die Öffentlichkeit. Auf Okinawa gründete Sakugawa, der in China Kempo und Bojutsu (Stockkampf) studiert hatte, auf dem Berg Shuri eine Privatschule mit dem Namen Karate-no Sakugawa.

 Ursprünglich bestand das Wort ?Karate? aus zwei Schriftzeichen: ?Kara? (?China?), und ?Te? (?Hand?). Erst durch Gichin Funakoshi, dem Begründer des Shotokan-Stiles, wurde dem Zeichen ?Kara? die bedeutung ?leer? zugeschrieben.

 Im Jahre 1830 wurde aus Shuri ein Kempo-Meister und Regierungsbeamter namens Matsumura Sokon nach China gesandt, um seine Kenntnisse im Kempo zu vervollkommnen. Nach seiner Rückkehr gründete er eine Schule mit dem Namen Shorinryu Gokokua Karate, wörtlich: Karate im Stil der Shaolin, bestimmt für die Verteidigung der Heimat, heute Shorinryu (zu dem Begriff s.u.).

1848 verlieh man Sokon den Titel des obersten Kampfkunstlehrers Okinawas. Er trainierte ein hartes und kraftvolles Karate, welches vom klassischen alten Shaolin?Kung Fu geprägt war. Jedoch konnte es sich nicht im Kampf gegen bewaffnete Gegner bewehren. Die Voraussetzung waren eine genaue Kenntnis der Basistechniken, Spontaneität, Kraft und Schnelligkeit. Asato Anko, sein schüler verfeinerte die gelehrten Techniken noch duchr Wendungen, Richtungswechsel und Drehungen und wurde selbst zum Lehrer der späteren Stilbegründer:

- Gichin Funakoshi (1868-1957) Shotokan, Sportkarate, kontaktloses Sparring

- Kenwa Mabuni (1893-1957) Shito-Ryu, kempoähnlich, mit Waffen

- Myagi Chojun (1888-1953) Goju-Ryu, Sportkarate, mit etwas Kontakt

Gegen Ende des 19. Jh.s bildeten sich endgültig 2 Hauptrichtungen des Karate heraus. Eine Richtung, Shorei-Ryu entwickelte vor allem Schnelligkeit, Kraft, Exaktheit und Heftigkeit. Einige Shotokan-Katas stammen direkt von diesem Stil ab: Tekki (der eiserne Ritter) 1-3, Sandan (Reiter), Jitte (zehn Hände),Hangetsu (der Halbmond) und Jion (Name eines ehemaligen Mönchskriegers).

 Die 2. Richtung, Shorin-Ryu, ist geprägt von schwankenden Bewegungen und vorgetäuschten Aktionen. Dieser Stil ist leicht und sehr beweglich und legt erhöhten Wert auf die moralische Erziehung der Menschen. Typisch sind folgende Katas: Heian (Ruhe und Sicherheit) 1-5, Bassai (Eindringen in die Festung),Kanku Dai (Betrachtung des Himmels),Empi (Flug der Schwalbe)und Gankaku (Kranich auf der Klippe).

Später gab man gab man dem leichteren Shorin-Stil den Vorzug, da keine Notwendigkeit mehr bestand sich gegen Gegner in Rüstungen erwehren zu müssen. Gichin Funakoshi nahm ihn auf und entwickelte ihn weiter

Durch den chinesisch-japanischen Krieg (1894/95) und den japanischen Nationalismus wurden die Kontakte zum chinesischen Festland abgebrochen. Dadurch wurde Karate bei seiner Einführung im 20. Jh. als unabdingbare Besonderheit der japanischen Nation betrachtet. Obwohl die Technik ihren Ursprung in China, Korea und Vietnam hatte, behauptete man hartnäckig Japan sei die Heimat des Karate.

Bei der Suche nach seiner geistigen Grundlage griff das Karate in erster Linie auf das Bushido, die Kombination von Ehre (Giri) und humanem Empfinden (Ninjo), zurück, ergänzt durch das Streben nach universeller Harmonie des Menschen mit der Natur. Die wahre Grundlage dieser neuen Erziehung bildete die Lehre von den sozialen Funktionen der Persönlichkeit, die der Gesellschaft nützlich ist. Jedoch erwähne niemand welcher Gesellschaft das Karate von Nutzen sein sollte: Es diente immer treu der Regierung und dem Gesetz und wurde daher in dessen Interesse ausgenutzt.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Karate legalisiert und war immer eng mit der politischen Geschichte verbunden.

Als die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, wurde dem körperlichen Training an den Mittelschulen mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Medizinische Untersuchungen der Jugendlichen auf Okinawa, die von Kindesbeinen an Karate betrieben, ergaben, dass diese eine erstaunliche Proportionalität des Körperwuchses, körperliche Kraft und Ausdauer besaßen.

Außerdem stellte man bei der Analyse des chinesisch-japanischen Krieges fest, dass das Kempo bei der Vorbereitung eine gewichtige Rolle gespielt hat. Ab 1902 wurde Karate in den pädagogischen Unterricht eingeführt. Kurz danach begann der japanisch-russische Krieg, der den Wert des Kempo wiederum bestätigte.

Die Entstehung des Shotokan Karate

Gichin Funakoshi organisierte zusammen mit Freunden 1905 /1906 erste öffentliche Karate Demos in der Öffentlichkeit. Diese Tatsache drang irgendwann nach Japan und Funakoshi erhielt eine Einladung, diese Sportart am Tokyoter Palast für Kampfmoral zu präsentieren. Auch Tenno Hirhito, der Kronprinz und spätere Kaiser verfolgte diese Präsentation des Karate.

1922 verfaßte er ein dreibändiges Lehrbuch für Karate, welches aber bei einem Erdbeben vernichtet wurde. Funakoshi blieb in Japan und gründete an der Keil-Universität den ersten Karate-Verein. Durch seine Bemühungen wurde Shotokan zum klassischen Stil des modernen Karate.

Nach Funakoshi war der Kampf auf mittlerer Distanz optimal und im Unterschied zum Shuri-Te führte er mittlere und höhere Tritte ein, reduzierte dafür aber die Würfe auf ein Minimum. Generell entwickelte sich das Shotokan Karate in Richtung einer Sportdisziplin, die sich allmählich von den echten Zweikampfsportarten entfernte.

Der Begriff Shotokan setzt sich aus drei japanischen Zeichen zusammen. Diese sind Sho (Pinie, Kiefer), To (Welle, Woge) und Kan (Großes Gebäude, Halle). Die ersten beiden Symbole bilden zusammen den Begriff Shoto, der auch den Künstlername Gichin Funakoshis darstellte. Die hierfür zu findenden Übersetzungen werden meist mit "Rauschen in den Kiefern" bzw. "Pinienrauschen" angegeben. 

Sho (matsu) - Kiefer, Pinie 

To - Welle, Woge 

Kan - Großes Gebäude/Halle

Die Pinie ist eine Kiefernart auf Okinawa mit einem starken Wurzelwerk. Das deutet darauf hin, daß Gichin Funakoshi die Fähigkeit zu einen sehr starken Stand besaß (erdverwachsen war). Die Welle wird im japanischen eigentlich mit nami bezeichnet. Die hier angesprochene Welle ist dagegen weitaus mehr. Es ist die große Welle, die nach einem Seebeben kommt und alles mit einer einzigen Bewegung zerstören kann. Sie steht hier für die Härte und Zerstörungsenergie der Technik.

Zur Belehrung der Nachkommen verfaßte Funakoshi neben den technischen Anleitungen die Gebote des Karatekämpfers? mit acht grundlegenden Thesen zum Karate:

1.Der Geist ist eins mit dem Himmel und der Erde.

2.Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel vollziehen sich im Körper

nach dem Prinzip von Sonne und Mond.

3. Der Weg (Do) schließt Härte und Sanftheit ein.

4. Handeln soll man in Übereinstimmung mit der Zeit und dem

Rhythmus der allumfassenden Wandlungen.

5. Die Meisterschaft kommt nach dem Begreifen des Weges.

6.Das Einhalten der richtigen Distanz ist die Voraussetzung für

Vordringen und Zurückweichen, für Trennung und Begegnung.

7.Die Augen dürfen nicht die geringste Veränderung in der Umgebung

übersehen.

8.Die Ohren lauschen, indem sie die Laute von allen Seiten

aufnehmen.

Sunzi (chin. Heerführer 5. Jh. v.Chr.) stellte einmal fest:

"Wenn du deinen Gegner kennst, und dich kennst, es wird keine Gefahr bestehen. Wenn du dich kennst, aber ihn nicht, dann wirst du einmal siegen und einmal verlieren. Wenn du dich nicht kennst und ihn nicht kennst, dann wirst du jedes Mal, wenn du kämpfst, eine Niederlage erleiden.

Doch in hundert Kämpfen hundertmal zu siegen, das ist noch nicht die höchste Kunst. Den Gegner ohne Waffe zu besiegen, das ist die höchste Kunst. Wenn ein wilder Vogel angreift, dann stürzt er herab wie ein Stein, ohne die Flügel auszubreiten. Wenn ein wildes Tier angreift, dann sitzt es erst still und spitzt die Ohren. So auch der Weise: Wenn er eine Handlung ausführen will, dann scheint er leicht zu zögern.?"

In oben genannten Geboten finden sich meist Anschauungen des chinesischen Taoismus wieder. Indem Funakoshi und seine Mitstreiter die Methoden des körperlichen und psychischen Trainings, die Strategie und Taktik sowie die Philosophie und Moral der Vergangenheit zusammenfassten und erneuerten, haben sie Karate für die Welt erschlossen.

Die Statuten des Shotokan sagen aus:

Strebe zur Vervollkommnung der menschlichen Natur.

Folge dem Weg der Gerechtigkeit und verteidige sie.

Achte die Etikette.

Lasse nie Anzeichen von Aggressivität aufkommen.

Zu diesem Zeitpunkt betrieben alle Stilrichtungen Kontaktsparring. Nur im Shotokan bezweifelte man den Wert des sportlichen Karate und ging zu kontaktlosem Sparring über. Grund hierfür war der große Zulauf an Schülern und das dadurch bedingte Fehlen langjähriger Abhärtung von Körper und Geist, was die Verletzungsgefahr immens erhöhte.

Der zweite Weltkrieg veränderte das japanische Karate sehr stark, weshalb neue Schulen entstanden und alte modernisiert wurden. Im Shotokan zeichneten sich zwei Strömungen ab: Nakayama, Kase, Nishiyama und Funakoshi der Jüngere legten besonderen Wert auf das Ausfeilen der Techniken, auf korrekte Ausführung und sportliche Parameter. 1957 gründeten die Shotokan-Meister mit Nakayama Masotoshi, einem der besten Schüler Funakoshis senior den japanischen Karate-Verband (Japanese Karate Association, JKA, heute in Deutschland als DJKB bekannt).

Die andere Richtung des Shotokan, die gegen die sportliche Ausrichtung auftrat und die politischen und ideologischen Absichten des JKA nicht für gut befand, trennte sich vom JKA und schuf als eigene Organisation "Karate International" unter der Leitung von Kanazawa Hirokasu. Sie versuchte, zu den Ursprüngen des Karate und zur mystischen Natur des Kempo zurückzukehren .

Meister der JKA

 

Funakoshi, Gichin
1869-1958

Shihan Funakoshi wurde 1869 auf Okinawa, als einziger Sohn einer Shizoku Familie geboren. Er gilt in Japan als Vater und Begründer des traditionellen Karate und plädierte Zeit seines Lebens für eine Methode, die Karate als Weg ( Do ) ermöglichen sollte. 1922 begann Meister Funakoshi den traditionellen okinawanischen Karate Stil in Tokyo, Japan einzuführen und zu unterrichten.

 

Nakayama, Masatoshi
1913-1987

Shihan Nakayama wurde 1913 in Tokyo, Japan, geboren und war ein Schüler von Meister Funakoshi. Er war der Initiator zur Veränderung des Karate in einen Wettkampfsport und zur Gründung der JKA ( Japan Karate Association ). Meister Nakayama entstammte einem alten Samurai Geschlecht von Kendo Meistern und genoß von Kind an eine Erziehung im Sinne des Bushido.

 

Kanazawa, Hirokazu

Shihan Kanazawa wurde 1931 in der Provinz Iwate ( Japan ) geboren. Obwohl sein Vater und sein Onkel Meister des Jin-Jitsu waren, begann er Kendo und Judo zu üben. Später entschied er sich fürs Karate und tranierte an der Takushoku Universität unter Meister Nakayama. Er gewann als einziger Karateka die All-Japan- Championships dreimal hintereinander. Im April 2000 wurde ihm während der SKI-World-Championships in Bali der 10. Dan Shotokan Karate verliehen.

 

Kase, Teiji

1929-2004

Shihan Kase wurde 1929 in Ciba, Japan geboren. Er war einer der größten und letzten Budo Meister, welcher jahrelang mit Yoshitaka Funakoshi, dem Sohn von Gichin Funakoshi, traniert hatte. In den sechziger Jahren leitete er die Ausbildung der JKA- Instruktoren. 1965 bereiste er Afrika und Europa, um Karate zu lehren. Durch seine langjährige Lehrtätigkeit hat er wesentlich dazu beigetragen, Shotokan Karate Do zu verbreiten.

 

Ochi, Hideo

Shihan Ochi wurde 1940 in Taijo, Japan geboren. Er gehört zu den weltweit renommiertesten Karatemeistern des Shotokan Karate und hält den 8. Dan JKA. Im Jahr 1964 wurde Meister Ochi JKA Instructor und unterrichtete fortan in Tokio im Zentraldojo. Bei den All Japanischen Meisterschaften belegte er 1960 den ersten Platz im Kumite. Im Jahre 1970 kam Hideo Ochi nach Deutschland, um im DKB die Nachfolge von Bundestrainer Kanazawa anzutreten. Der unermüdliche Einsatz für das deutsche Karate haben ihm international größte Achtung und Respekt verschafft.

 

Shirai, Hiroshi

Shihan Shirai wurde 1937 in Nagasaki, Japan geboren und ist einer der berühmtesten Karatetrainer der Welt. Sein Karate ist die Verkörperung von Kraft, Schnelligkeit und Geschmeidigkeit. Der Schüler von Sensei Kase wurde in der Japan Karate Association (JKA) einer der besten und erfolgreichsten Kämpfer in Kumite und Kata. Hiroshi Shirai lebt seit über 30 Jahren in Mailand (Italien) als Cheftrainer der international erfolgreichsten Karatenation im traditionellen Karate und trainiert selbst heute noch jeden Tag früh morgens in seinem kleinen Dojo mit seinen Schülern.

 

Enoeda, Keinosuke
1935-2003
Shihan Enoeda wurde 1935 in Fukuoka, Japan geboren. Im Alter von 7 Jahren begann er mit dem Training des Judo und wechselte mit 17 jedoch zum Karate an der Takushoku Universität, wo er zu jener Zeit von Meister Nakayama unterrichtet wurde. 1963 gewann er die All Japanischen Meisterschaften im Kumite. Im Zuge der Ausdehnungspolitik unterrichtete Meister Enoeda zwischen den Jahren 1963 und 1967 in Indonesien, Südafrika und den USA. 1971 wurde er Chefinstruktor für Europa.

 

Was ist Kata? 

Im Karate ist eine Kata – wie in anderen japanischen Kampfsportarten auch – eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen besteht, die jedoch im Karate ausschließlich gegen imaginäre Gegner geführt werden.

Die Anwendung einer Kata bezeichnet man im Karate als Bunkai. Der Ablauf der Kata ist dabei genau festgelegt, wurde aber bei manchen Katas im Lauf der Jahrzehnte leicht verändert. Die letzten größeren Veränderungen von Shotokan-Kata fanden im Deutschen Karateverband im Rahmen einer Vereinheitlichung zu Wettkampfzwecken im Jahr 2002 statt.

Im Karate heißen die H-förmigen oder sternförmigen Grundlinien, auf denen Kata gelaufen bzw. Techniken ausgeführt werden, Embusen. Jede Kata im Karate vermittelt einen spezifischen, charakteristischen Kampfstil.

Wenn eine Kata aus mehreren ausgewählt werden darf, so bezeichnet man diese als Sentei-Kata. Eine vorgeschriebene Kata heißt auch Shitei-Kata (Pflicht). Eine frei wählbare Kata heißt auch Tokui-Kata (Kür).
 

Taikyoko Shodan

Taikyoku Shodan (etwa "Durchdringendes Studieren, erste Stufe") ist eine Anfänger-Kata im Karate, die hauptsächlich aus zwei Bewegungen besteht: Gedan Barai (Abwehr nach unten) und Oi Tsuki (gleichseitiger Fauststoß).

Diese Kata wurde als Vereinfachung aus der Heian Shodan entwickelt. Sie wird in den Stilen, in denen sie verbreitet ist, meist als erste Kata unterrichtet und dient dazu, den Schüler in das Wesen der Kata einzuführen. Sie ist die erste Kata der Taikyoku-Reihe.

 

Heian Shodan

Diese Kata wird meist als erste oder als zweite Kata gelehrt und muss je nach Prüfungsordnung vom Ky?-Prüfling meistens für eine der ersten Gürtelprüfungen vorgeführt werden. Sie enthält einen Satz von ersten Grundlegenden Block- und Angriffstechniken der Arme und die zwei grundlegenden Schrittstellungen (mit jeweils vorderem bzw. hinterem Fuß belastet), welche der Schüler im Fluss der Bewegung erlernen soll.

  

Heian Nidan

Die Kata besteht aus 26 Bewegungen und dauert ca. 40 Sekunden. Sie enthält im Vergleich zur Heian Shodan bereits schwierigere Techniken, wie Yoko-Geri Keage (seitlicher geschnappter Tritt) und Mae-Geri (Tritt nach vorne), Nukite (Fingerspitzenstoß) und Moroto Uchi-(Ude)-Uke (ein Block von innen nach außen). Ein zentrales Element dieser Kata ist der Wechsel zwischen verschiedenen Stellungen und Hüftpositionen: Es finden sich sehr häufige Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsstellung (Zenkutsu dachi/Kokutsu dachi), sowie erstmals überdrehte Hüftpositionen (Gyaku hanmi) bei den beiden Uchi uke-Blocktechniken.

Die Heian Nidan ist eine der Katas, die am häufigsten bei Wettbewerben/Vorstellungen vorgeführt wird.

 

Heian Sandan 

Heian Sandan ist eine Kata, die von den Karateka direkt nach Heian Nidan gelernt wird. Sie besteht im Wesentlichen aus wechselnden Abwehrtechniken von der unteren (Gedan) bis zur mittleren (Chudan) Stufe.

Ziel der Kata ist vor allem das Erlernen des Gebrauchs des vorderen Armes gegen Angriffe zum Körper, besonders die richtige Haltung des Ellenbogens immer etwa eine Faustbreite vom Oberkörper. Außerdem das Beherrschen des richtigen Standes im Kiba-Dachi und der Einsatz des Körpers (Tai Sabaki) beim gleichzeitigen Gleiten der Füße (Yori-Ashi). Die Kata besteht aus 20 bis 23 Bewegungen und als Richtzeit zu ihrer Ausführung werden 25 bis 40 Sekunden angegeben.

 

Heian Yondan

Die Heian Yondan ist die vierte Kata der Heian-Gruppe im Shotokan-Karate. Der Karateka führt sie bei der Prüfung zum 5. Kyu (1. Blaugurt) vor. Ihr Ablauf ist durch eine große Dynamik gekennzeichnet, durch das Studium der doppelten Abwehrformen und den Gebrauch von Fußtechniken. Wahrscheinlich wurde sie aus der Kushanku entwickelt. Sie besteht aus 27 Bewegungen, die in einer Zeit von ungefähr 50 Sekunden ausgeführt werden sollen.


Heian Godan

Heian Godan ist die fünfte und letzte Kata der Heian-Gruppe. Der Karateka führt sie bei der Prüfung zum 4. Kyu (2. Blaugurt) vor.

In ihr vereinigen sich mehrere Grundprinzipien des Karate: Mizu nagare-gamae stellt ein bedeutendes Prinzip der Abwehrtechniken dar, wechselnde Abwehrformen zwischen Gedan, Jodan und Chudan, Ergreifen des gegnerischen Arms und Kontern, Kontertechnik mit Blickwechsel, Vermeiden eines Angriffs durch einen Sprung, Abwehren und Kontern (Tai-sabaki) mit Nagashi-Techniken, die klassische Kamaekata Manji-gamae und so weiter. Durch die Vielfalt der Techniken lehrt diese Kata bereits einen umfangreichen Kampfstil. Gleichzeitig stellt ihre Ausführung jedoch hohe Ansprüche an Rhythmus und Timing. Die Kata kombiniert abwechselnd schnell aufeinander folgende Bewegungen mit schnell ausgeführten Techniken. Sie besteht aus 25 Bewegungen und soll in einer Zeit von ungefähr 50 Sekunden ausgeführt werden.

 

Tekki Shodan

Die Kata wird im Vergleich zu anderen Karate-Kata auf äußerst beschränktem Raum ausgeführt. Die Embusen, also die Kampflinien, die dem Bewegungsablauf der Kata zugrundeliegen, haben eine seitliche, fast ausschließlich lineare Ausdehnung von ungefähr drei Metern.

Durchgehend nimmt der Kämpfer eine breitbeinige, tiefe und damit sehr stabile Position ein, die ihren Namen Naihanchi-dachi von der Kata bekommen hat. Die Sh?t?kan-Varianten verwenden den ähnlichen Kiba-dachi (Reiterstellung) der wiederum mit dem neuen Namen Tekki (eiserner Reiter) in direktem Zusammenhang steht.

Vermittelt wird in der Kata der absolute Nahkampf in direktem Körperkontakt mit dem Gegner (im eingeengten Getümmel einer Schlacht). Einige alte Varianten die auf okinawanischen Stilrichtungen zurückgehen legen besonderen Wert auf Griff und Wurftechniken. Sämtliche Techniken zeichnen sich durch eine relativ statische, kurze und starke Ausführung aus.

Durch ihre relative Statik ist die Kata für den Betrachter relativ unattraktiv, da keine spektakulären Techniken enthalten sind. Sie wurde jedoch von vielen großen Meistern des Karate, darunter Funakoshi Gichin, besonders geschätzt, da ihre Techniken sehr effektiv sind und dem Übenden eine große "Tiefe" offenbarten, das heißt, dass auch der Fortgeschrittene Karateka seine Beherrschung der Naihanchi immer weiter verbessern müsse, da die minimalistischen Bewegungen nur geringen Spielraum für Optimierung böten und damit eine echte Herausforderung darstellten.


Bassai-Dai

Diese Kata gilt im Karate als eine der ältesten Kata. Bassai heißt übersetzt "die Mauer zerstören" oder "Erstürme die Festung". Dementsprechend kraftvoll soll auch die Kata vorgeführt werden. Sie lässt sich auf die okinawanischen T?de-Katas zurückführen. Man geht davon aus, dass sie in ihrer Urform bereits im späten 13. Jahrhundert durch chinesische Meister gelehrt wurde und in Folge der Handelsbeziehungen nach Okinawa kam. Heute ist nicht mehr feststellbar, wie weit die heutige Bassai Dai noch ihrem alten Ursprung entspricht.

Bassai Dai gehört zur Gruppe der Shorin-Kata, deren Trainingszweck es ist, die Schnelligkeit des Karateka zu verbessern. Hauptmerkmal der Kata ist, dass die einzelnen Techniken sehr schnell und kraftvoll ausgeübt werden. Sie enthält viele defensive Block- und Hebeltechniken und vergleichsweise wenige Beintechniken. Mit rund 40 Einzeltechniken ist Bassai Dai eine der längeren Katas. Trotzdem ist sie eine der Katas, die sowohl im D?j? als auch auf Wettkämpfen sehr häufig ausgeführt werden.

Im Shotokan-Stil werden zwei Varianten der Bassai geübt: die Bassai Dai und die Bassai Sho. Das Suffix "dai" bedeutet "groß", und kennzeichnet somit die große Variante der Bassai, während das Suffix "sho" "klein" bedeutet und eine kleinere Variante der Bassai bezeichnen will. Bemerkenswert zur Bassai-Sho ist eine Entwaffnungstechnik gegen einen vertikalen Stockangriff, denn Entwaffnungstechniken kommen nicht in jeder Kata vor.

Jion

Jion bedeutet Shaolin oder Liebe und Güte. Sie gehört durch die phonetische Silbe "Ji" zur selben Gruppe wie Jiin und Jitte.

Die Kata hat ihren Ursprung aus China und wurde von der Tomari-Region auf Okinawa ausgehend verbreitet. Man verbindet sie mit den Künsten des Shaolin weil,die zweite Bereitschaftsstellung der Jion identisch mit dem Gruß der Shaolin ist. Die Bezeichnung der Jion ist gleich der Shaolin, daher vermutet man das diese Kata ihren Ursprung dort haben könnte.( Ist aber leider nicht belegbar)

Diese typische Shotokan Kata hat Meister Gusukuma (Meister Azatos) als Schöpfer. Sie ist eine der höheren Grundkata von mittlerer Schwierigkeit, muss zum 1. Dan beherrscht werden und besteht aus 46 Bewegungen.

Lernziel sind ruhige Bewegungen, die in ihrer Sanftheit Buddha entsprechen, aber im Inneren voll von geistiger Energie sind sowie elegant auch in Wendung und Wechsel. Ihre Übung vermittelt die vollkommene Harmonie in der Bewegung, das Gleichgewicht des Geistes und führt zu einem direkten, wirkungsvollen Kampfstil. Typisch sind Yori Ashi und Drehung (Manji uke) mit Folgeabwehr in oberer, mittlerer und unterer Stufe.

Sie sollte in einer Zeit von zirka 60 Sekunden ausgeführt werden.


Empi

Empi bedeutet Flug der Schwalbe und war eine Namensgebung von Funakoshi Sensei in den 1930er Jahren als er alle chinesischen Kanji aus politischen Gründen änderte. Der Name bezieht sich auf das Embusen (Schrittdiagramm), da hier sehr viele abrupte Richtungswechsel mit einer ständigen Hüftverlagerung gefordert sind. Artverwandt einer Schwalbe, welche die Flughöhe sowie die Richtung im Flug schlagartig und permanent ändert. Dieses mühelos erscheinende Flugverhalten soll als Beispiel für die Ausübung der Kata dienen.


Kanku-Dai

In den 1930er-Jahren änderte Gichin Funakoshi den Namen Kushanku in Kanku. Kanku bedeutet übersetzt „in den Himmel schauen“. Es waren Funakoshi und Kenwa Mabuni, die sie im Shotokan- und Shito-Stil verbreiteten. Im Shotokan-Stil werden zwei Varianten der Kanku geübt: Die Kanku Dai und die Kanku Sho. Das Suffix dai bedeutet „groß“, während sho „klein“ bedeutet.

Für Funakoshi war die Kanku Dai die universale Kata des Shotokan, die alle Elemente in sich vereinte. Viele Sequenzen, die in den Heian-Katas geübt werden, finden sich in der Kanku Dai wieder.

 

Hangetsu

Die Kata wurde aus dem okinawanischen Naha-Te übernommen, wo sie unter dem sino-japanischen Namen Seisan aus China stammend praktiziert wurde.

Den Namen Hangetsu, also Halbmond, erhielt sie vom Stilrichtungsbegründer Funakoshi Gichin, der mit dem Namen auf die gleichnamige Stellung der Füße hinweist, der in der Kata eine zentrale Rolle zukommt. Dabei werden die Füße circa 45 Grad nach innen gedreht und die Knie bei gleichzeitiger Außenspannung der Beinmuskulatur leicht nach innen gekippt. In dieser Schrittstellung Hangetsu-dachi (Halbmondstand) bewegt man sich vorwärts, in dem ein Fuß eine halbmondförmige Bewegung beschreibt.

Hangetsu ist eine eher untypische Kata der Stilrichtung Shotokan, die einige sehr spezielle und teilweise selten verwendete Techniken enthält:

Gedan und Chudan Tsukami-uke (Block mit anschließendem Griff auf unterer und mittlerer Stufe)
Ippon-ken (doppelter Knöchelstoß)
Yama-gamae (Berg-Bereitschaftsstellung, Berg in Anlehnung an das japanische Zeichen für Berg ? für die Stellung der Arme)
Gedan-tsuki (Fauststoß nach unten)
Neko-ashi-dachi (Katzenfuß-Stand, das Gewicht lastet auf dem hinteren Bein; das vordere ist angewinkelt und setzt nur auf dem Fußballen auf)
Neben der speziellen Stellung liegt ein weiteres großes Gewicht bei der Ausführung der Kata auf intensiver Atmung, zur Schulung des Hara.

Tekki Nidan

Jitte

Jitte bedeutet zehn Hände. Der Begriff Jitte bezeichnet außerdem eine japanische Variante des Sai, einer gabelförmigen aus China stammenden Waffe, die zum Bereich des aus Okinawa stammenden Kobud? zählt. Die Jutte wird auch im Bujinkan Budo verwendet.

Gangaku

Der Name Gankaku, also Kranich auf dem Felsen, wurde von Funakoshi Gichin aufgrund des in dieser Kata viermal vorkommenden Tsuru ashi dachi, einer Fußstellung, die einem Kranich ähnelt , der seine Flügel zur Verteidigung schlägt, gewählt.

Eine Besonderheit dieser Kata ist das Enbusen, also das Schrittdiagramm, welches eine senkrecht Linie zeigt. Dies zeigt, dass man die Techniken zuerst nur in eine Richtung ausführt und man am Ende pratisch "wendet" und man eine Reihe von Techniken hat, die am Anfangspunkt dieser Kata endet. Eine andere Feinheit ist, dass oft zwischen flüssigen und schnellen Bewegungsfolgen zu einer Ruhe verharrenden Haltung gewechselt wird. Außerdem sind die Techniken auf die Vitalpunkte (Jintai ky?sho) des Körpers gerichtet.
 


Sochin

Sochin bedeutet "Stärke und Ruhe" oder (seltener) "Krieg und Frieden". Der Name impliziert bereits die ruhigen und kraftvoll, dynamischen Techniken.

Die Shotokan-Version der Kata Sochin wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts von Funakoshi Yoshitaka entwickelt. Der Stand ist hier meistens Fudo dachi (der daher auch als Sochin dachi bezeichnet wird), eine Kraftstellung zwischen Zenkusu dachi und Kiba dachi. Die Shotokan-Variante der Sochin ist sehr expressiv für typische Shotokan-Prinzipien.

Besonders der Mittelteil der Kata (Mikazuki-Geri Jodan aus der Drehbewegung) erfordert ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl. Durch die allgemein sehr tiefen und kraftvollen Stellungen wirkt Sochin sehr stark und trainiert besonders die Beinmuskulatur.

Der Legende nach soll die Kata Sochin auch "Die Kata des Alten Mannes" sein: Ein alter Mann lud einst Funakoshi Gichin ein, doch Meister Funakoshi war zu der Zeit beschäftigt, also schickte er seinen Sohn Gigo nach Okinawa. Der alte Mann war hocherfreut ob Gigos Besuch, verschloss Türen und Fensterläden, sodass niemand von außen in sein Haus hineinsehen konnte. Nachdem der alte Mann Gigo die Kata gelehrt hatte, sagte er: "Jetzt kann ich in Frieden sterben".
 

Nijushiho

Nij?shiho bedeutet 24 Schritte. Nijushiho ist eine Kata der Niigaki-Schule, deren Ursprünge im chinesischen Baihequan (Weißer-Kranich-Stil) liegen. Sie wurde vom Kampfkunstmeister Aragaki Seisho, der in seiner Funktion als Übersetzer für Chinesische Sprache des Ryukyu-Hofes oft nach China reiste, nach Okinawa gebracht. Diese anspruchsvolle Kata ist vor allem durch fließende Bewegungen und ein ungewöhnliches Schrittmuster geprägt.Diese Kata hat 24 Stellungen und sollte in ungefähr 60 Sekunden vorgrführt werden.

 

Chinte

Chinte bedeutet seltene Hand und hat seinen vermutlichen Ursprung in sehr selten angewendeten Angriff und Kontertechniken auf Vitalpunkte (Augen, Nase, Rippen). Richtungsweisend für diese Kata ist z. B. Nihon nukite (Zweifingerstich in die Augen) sowie die stark kreisförmigen Bewegungselemente.


Tekki Sandan


Bassai-Sho

siehe Bassia-Dai 


Kanku-Sho

siehe Kanku-Dai


Ji'in

Ji'in bedeutet Liebe und Schatten, Mitgefühl und Unterstützung. Häufig wird sie auch als vergessene Kata bezeichnet. Obwohl sie zum Kanon der 27 Shotokan Kata gehört, wird sie heute nur selten in Wettkämpfen gezeigt und immer seltener gelehrt. Die Ähnlichkeit mit der Kata Jion ist deutlich in Techniken und Embusen zu erkennen.

Funakoshi Gichin änderte im Rahmen seiner Systematisierung des Karate die Namen verschiedener Kata ab. Er versuchte auch Ji'in den neuen Namen Sh?kyo zu geben, allerdings setzte sich dieser aus unbekannten Gründen nie durch, denn bei anderen Kata wurden die neuen Namen relativ schnell angenommen.
  

Meikyo

Der Name stammt vermutlich von der einleitenden Bewegung, wo der Kämpfer beide Handflächen nach oben vor sein Gesicht hält, als würde er in einen Spiegel sehen. Ähnlich wie in der Kanku-Dai könnte die erste Technik also als eine symbolische verstanden werden, die der Kata den Namen gibt.

Die Kata nimmt bei der Aufzählung der zum Stil Shotokan gehörigen Kata meist den letzten Platz ein, was ihren hohen Anspruch verdeutlicht. Als Interpretation des Namens wird sehr oft "Spiegel der Seele" angegeben, der Kämpfer soll also in der Übung sich selbst erkennen.

Zusätzlich liegt der Kata ein spiegelbildlich aufgebauter Ablauf (spiegelbildliches Embusen) zugrunde, was jedoch auch in anderen Kata vorkommt.

 

Wankan

Wankan bedeutet Königskrone und ist mit 16 Bewegungen die kürzeste Kata im Shotokan.

Ihr Ursprung liegt im Tomari-Te (Sho rei-Schule), einem Vorläufer des modernen Karate aus dem 19. Jahrhundert. Gichin Funakoshi nannte sie Matsukaze (Pinienwind) sowie Hito (fliegende Wolke). In dieser Kata wird nur ein Kiai gesetzt. Als besondere oder königliche Technik gilt Koku Uke Tigermaulabwehr), die in einem Kniehebelwurf endet.


Unsu

Der Name Unsu bezieht sich auf die zweite Technik, bei der, nachdem man nach oben abgewehrt hat, der angreifende Arm zur Seite geschoben wird. Auch der Aufbau dieser Kata, die durch ihre technische Vielseitigkeit leicht und schnell wirkt, trug dazu bei, dass man an die Leichtigkeit der Wolken denkt. Manchmal wird Unsu auch als "Wolkenschieben" Hatsuun jindo (Teile die Wolken und finde den Weg) übersetzt, was besonders die Anfangstechniken plastisch veranschaulicht.

Alle Katas kann man hier via Video anschauen sowie alle wichtigen Details nachlesen.

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